"LOISIUM" - außergewöhnliches Weinzentrum in Niederösterreich

Das Weinzentrum “LOISIUM” in der Weinbaugemeinde Langenlois (ca. 70 km nordwestlich von Wien gelegen) bietet eine Weinerlebniswelt der besonderen Art, das österreichische Anbaugebiet Weinviertel ist damit um eine Attraktion reicher.

Das Wein- und Kulturzentrum "LOISIUM" öffnete im September 2003 seine Tore. Initiatoren und Finanziers des Projekts sind 3 Gesellschafter (Familien aus Langenlois), die sich in der Kellerwelt Betriebs GmbH & Co KG zusammengeschlossen haben. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 10 Mio. Euro. Das LOISIUM beschäftigt derzeit 20 fest angestellte Mitarbeiter, einige davon in Teilzeit.

Die Gemeinde Langenlois begrüßte das Projekt LOISIUM zwar von Anfang an als zusätzliche Attraktion für die größte Weinbaustadt Österreichs, an den Kosten des Projektes beteiligte sie sich jedoch nicht. Zukünftig soll die Zusammenarbeit mit Tourismusagenturen der angrenzenden Touristengebiete weiter verstärkt werden (Kombitickets u.ä.), der Bekanntheitsgrad des LOISIUMs als Ausflugsziel gesteigert werden.




Etwa 60% der Besucher sind Akademiker und Selbständige mit entsprechend gehobenen Einkommen. Dieses kunst-, kultur- und weininteressierte Publikum stellt eine attraktive Zielgruppe auch für die angegliederte Vinothek dar. In der Vinothek des LOISIUMs werden ausschließlich ausgesuchte (Verkostung!) Weine, schwerpunktmäßig Grüner Veltliner, aus ganz Niederösterreich gelistet. Im Jahr 2004 wurden in Gastronomie und Vinothek ca. 70.000 Flaschen Wein abgesetzt.

Laut der Geschäftsführerin des LOISIUMs, Frau Dr. Schögl, stellt die LOISIUM-Vinothek keine Konkurrenz zur Ortsvinothek im Ursinhaus im Ort Langenlois dar. Dort kaufen ortsansässige Winzer Regalfläche und stellen ihre Weine zum Verkauf. Die Regalflächen werden in einem Rotationssystem gewechselt, sodass jedem Winzer einmal die attraktiveren Verkaufsflächen (ganz vorne und ganz hinten) zur Verfügung stehen. 2004 wurden in dieser Vinothek ca. 90.000 Flaschen (+20% gegenüber Vorjahr – vor dem Bau des LOISIUMs ?!) verkauft.

Geplant und gestaltet wurde das 25 x 25 m große, kubische Gebäude, das sich über 3 Ebenen erstreckt, von dem amerikanischen Stararchitekten Steven Hall. Der mit gebürstetem Aluminium verkleidete Kubus ragt oberhalb des malerischen Ortes Langenlois in den Weinbergen und bildet mit seiner modernen Architektur einen gewollten Kontrast zu Landschaft und traditioneller Bebauung. Derzeit entsteht in unmittelbarer Nähe zum LOISIUM ein Wellness- und Spa-Hotel, ebenfalls in moderner Architektur. Die insgesamt 82 Zimmer “schweben” optisch auf Säulen über einer verglasten Eingangshalle. Zukünftig sollen durch Kooperationen in den Bereichen Kunst, Kultur, Kulinarische Weinproben etc. mit dem Hotel weitere Gäste in das LOISIUM “gelockt” werden.

Der Kubus dient als Eingang in das Besucherzentrum. Dort sind – ohne Eintritt – eine Vinothek, eine Cafeteria und ein Shop zugänglich. Vom Besucherzentrum aus beginnt der etwa 90minütige spannende Rundgang durch eine Weinerlebniswelt der besonderen Art:



Eingangstor

Archaisch reduzierte Bildzeichen, in goldgelben Putz eingeritzt, erzählen auf der Wand um das mächtige Eingangstor die Geschichte vom Wein.
Gärdom

Nachdem man sozusagen hautnah den Weg der Traube in die Presse (Lift) erlebt hat, steht der Besucher mitten im Gärdom, wo er in einer multimedialen Show die Verwandlung von Most zu Wein erlebt.

Historischer Keller

Dem Weg des Weines folgen die Besucher in die weitläufigen Kelleranlagen mit ihren zum Teil bis zu 900 Jahre alten Gängen. Alte Gerätschaften zeugen von der Entwicklung des Weinbaus.

10er Haus

Aus den Kellern taucht man auf in die Welt der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts. In dem barocken Ackerbürgerhaus finden sich inszenierte Räume, die uns am Leben der Familie Loiskandl teilhaben lassen.

Weinkeller Steininger

Was bis jetzt Inszenierung und Historisches war, wird nun moderne Realität im Weinbau. Im Lift durchfährt man alle 3 Ebenen der realen Weinproduktion des Weingutes Steininger. Hier kann man den Weg des Weines von der Traube zur Flasche verfolgen. Diesen Prozess erlebt man auch im neuen Sektkeller, wo einem anschaulich die Sektproduktion per Video nahe gebracht wird. Die moderne Weintechnologie zeigt die heutige Winzerwirklichkeit.
Lössgrotte

Aus der Welt modernster Technologie gelangt man zurück in die urtümlichen Lössgänge, wo in einer Grotte dem Urstoff Löss gehuldigt wird. Die in sechs Fenstern zugänglich gemachten Lösswände laden dazu ein, Spuren zu hinterlassen.
Labyrinth

Während der Wein ruht und die Zeit an ihm arbeitet, taucht man in die mythische Vorzeit ein und in die immer gleichen Rhythmen des Mondes und des Winzerjahres. Sieben Installationen verdeutlichen den immer wiederkehrenden Rhythmus der Weinwerdung.

Pendel, Mondbahn, die 120 Schritte zum Wein (Mythenwürfel), Camera obscura,Gebetsmühlen, Tanzende Weinbergsgoass, Schaukel “Bacchus reitet auf der Weinbergsgoass”

Basilika

Das Gewölbe der Basilika empfängt mit einem Meer von Lichtern. Man hat Zeit, sich den eigenen Rhythmus zu gestalten und die Planetenkugel in de Schale rollen zu lassen. Der hohe, begehbare Wetterturm verbindet das unterirdisch Verborgenene mit dem Wetter, das am Anfang jeder Weinproduktion steht.
Festsaal

Geburt, Liebe und Abschied – jedem Lebensmoment ist jeweils einer von drei riesigen Kronleuchtern gewidmet, die von den Besuchern durch Interaktion in Bewegung gesetzt werden.
Mitternachtsgang
Aus dem Festsaal führt ein mitternachtsblauer Gang zu einer interaktiven Installation schwebender Schattenbläschen, Sinnbild prickelnder Bläschen im perlenden Wein.

Der Besucher kann mit den Bläschen spielen bevor er wieder in die Wirklichkeit des Besucherzentrums auftaucht.





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