Flüssigzucker – Was steckt dahinter?

Ein kurzer Bericht über Flüssigzucker „(Über)flüssig und teuer“ in der Stiftung Warentest Juni 2009 hat uns dazu bewegt genauer hinzuschauen.
Die Flasche sieht den süßstoffhaltigen „flüssigen Süßen“ täuschend ähnlich, die es schon seit längerem im Handel gibt.

Der beschriebene Flüssigzucker ist weder flüssiger Süßstoff, wie die Form der Flasche vermuten lassen kann, noch handelt es sich um gelösten Haushaltszucker. Dieser Flüssigzucker besteht zu 99% aus Fruchtzucker (Fruktose), was erst mit dem Blick ins Zutatenverzeichnis ersichtlich wird.
Wer mit Fruchtzucker süßt, sollte einige Charakteristika dieses Zuckers kennen. Fruktose wird nur bis zu einer bestimmten Grenze gut vertragen. Als Obergrenzen werden bis zu 25 Gramm je Portion oder 60 Gramm je Tag genannt. Darüber hinaus führt er zu Blähungen und Durchfall. Hohe Mengen Fruchtzucker können außerdem die Blutfette ungünstig beeinflussen. Und es gibt Hinweise, dass er den Appetit verstärkt und die Entstehung von Übergewicht fördert.

„Süßen ohne Knirschen.“ Mit diesem Slogan wird auf diversen Internetplattformen die neue, flüssige Art von Zucker für die Verfeinerung von Speisen beworben. Dieser „Komfort“ ist sehr teuer. Die Süßkraft von einem Teelöffel Flüssigzucker entspricht der von einem Teelöffel Zucker. Eine Flasche Flüssigfruchtzucker mit 250 Milliliter kostet etwa so viel wie zwei Kilogramm Kristallzucker.
Eine weitere Art von Flüssigzucker wird für Diabetiker angeboten: Traubenzuckergel aus der Tube.oder in Portionsbeuteln. Dieser flüssige Traubenzucker soll Diabetikern im Fall einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) schnelle Hilfe bringen. Auch diese Form des Zuckers ist sehr viel teurer und weniger lange haltbar als Traubenzucker in Tablettenform.
Im Fall einer fortgeschrittenen Hypoglykämie, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist zu kauen oder zu lutschen, kann der Einsatz flüssiger oder halbfester Traubenzuckerzubereitungen sinnvoll sein. In der Regel aber ist es völlig ausreichend bei den ersten Anzeichen einer Hypoglykämie etwa 30 g Traubenzucker in Tablettenform zu sich zu nehmen und danach z. B ein mit Käse oder Schinken belegtes Vollkornbrot und einen Apfel zu essen, um den Blutzucker lang anhaltend zu regulieren.

Fazit:
Flüssigzucker, egal in welcher Darreichungsform ist nicht nur teuer, sondern in der Regel auch überflüssig.





Simone.Haag@dlr.rlp.de     www.Ernaehrungsberatung.rlp.de drucken nach oben