Aktuelles Wetterfax für die Landwirtschaft


Wetterfax für die Landwirtschaft (hier beispielhaft für die Region Rheinhessen vom 7.10.2014):

 Das "Wetterfax für die Landwirtschaft" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Wetterdienstes und der Staatlichen Landwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz

 Seit 1995 wird dieser besonders aktuelle Informationsdienst für rheinland-pfälzische Landwirte angeboten. Abonnenten dieses Dienstes erhalten während der Vegetationszeit dreimal wöchentlich sowohl eine regionale Wettervorhersage als auch aktuelle, die jeweilige Situation auf den Feldern berücksichtigende Informationen zum Pflanzenbau und Pflanzenschutz.

Wetterfaxregionen in Rheinland-Pfalz
Die Wettervorhersage, wie sie in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen angeboten wird, ist überregional und prognostiziert lediglich Temperaturwerte und Niederschlagsereignisse. Beim Wetterfax hingegen gibt es u.a. Regionalvorhersagen für sieben rheinland-pfälzische Naturräume:

 Hunsrück
 Maifeld-Voreifel
 Rheinhessen
 Eifel-Saargau
 Vorder- und Südpfalz    
 West- und Nordpfalz
 Westerwald-Taunus
 











Regionale Wettervorhersagen

Zusätzlich zu den landwirtschaftlichen Hinweisen erhält der Wetterfaxabonnent eine auf die kommenden 5 Tage bezogene Vorhersage zu nachfolgend beschriebenen meteorologischen und agrarmeteorologischen Parametern:

1. Meteorologische Größen:Erklärung
Höchsttemperatur in 2m:
Höchsttemperatur in 2m: Die Tageshöchsttemperatur wird gewöhnlich in den frühen Nachmittagsstunden erreicht. Wir sagen Ihnen den mittleren Wert für Ihre Region vorher. Für die höheren Lagen der Mittelgebirge gilt: Pro 150 m Höhenunterschied nehmen die Temperaturen i.a. um 1 Grad ab.
Tiefsttemperatur in 2m:
Tiefsttemperatur in 2m: Durch nächtliche Abkühlung stellt sich die Tiefsttemperatur in den Frühstunden vor Sonnenaufgang ein. Je nach Standort (Hang oder Mulde) können Abweichungen von 1 bis 3 Grad möglich sein.
Froststunden:
Hier erfahren Sie, ob die Temperaturen nur kurz unter den Gefrierpunkt sinken oder ob der Frost länger anhält.
Tiefsttemperatur am Boden:
Tiefsttemperatur am Boden: An diesem Temperaturwert erkennen Sie, ob Bodenfrostgefahr besteht. In windschwachen Lagen können die Temperaturen auch um 1 bis 2 Grad unter den angegebenen Werten liegen.
Mittlere Bodentemperatur in 5 cm Tiefe:
Mittlere Bodentemperatur in 5 cm Tiefe: Für die Planung Ihrer Aussaat können Sie die Bodentemperaturen zu Rate ziehen. Die Vorhersagen beziehen sich auf mittelschwere Böden. In leichten Böden können die Temperaturen um 1 bis 2 Grad höher liegen.
Frosteindringtiefe in cm:
Im Winter werden Sie darüber informiert, wie tief der Boden gefroren ist.
Bodenzustand:
Im Winter und Frühjahr erhalten Sie eine Information, ob der Boden an der Erdoberfläche und in den oberen Bodenschichten in den nächsten Tagen gefriert oder gefroren bleibt.
Bodenfeuchte:
Die Bodenfeuchte wird für die Oberkrume, d.h. für die oberen 7cm, als Tagesmittel der nutzbaren Feldkapazität angegeben. Bei einem Wert von 100% und darüber sind die Böden mit Wasser gesättigt. Von dieser Bodenfeuchte hängen Saat- und Auflauftermin sowie Herbizidmaßnahmen ab.
Sonnenscheindauer:
Hier erfahren Sie, wie viele Stunden Sonnenschein in den nächsten Tagen zu erwarten sind. Dabei berücksichtigen wir natürlich die Bewölkung, wobei dünne, hohe Wolken die Strahlung nicht wesentlich vermindern. Die meisten Sonnenstunden können wir am 21. Juni erwarten. Bei einem wolkenlosen Tag sind dies 16 Stunden. Am kürzesten Tag des Jahres, am 21. Dezember gibt es höchstens 8 Stunden Sonne.
Niederschlag:
Wir sagen Ihnen, mit welchen Niederschlagsmengen in den nächsten Tagen zu rechnen ist. Niederschlagsmengen werden in mm - das sind Liter pro Quadratmeter - angegeben. 1 mm entspricht 1 Liter pro Quadratmeter bzw. bei Schnee etwa 1 cm Schneehöhe.
Potentielle Verdunstung:
Dieser Wert gibt an, wie viel Wasser von einer Pflanze bei optimaler Wasserversorgung maximal verdunstet werden kann. Die Angabe der Verdunstungswerte erfolgt wie beim Niederschlag in mm, das heißt in Litern pro Quadratmeter. Dieser Verdunstungswert kann in Verbindung mit speziellen Pflanzenfaktoren für die Beregnungssteuerung dienen.
Blattbenetzung:
Für Wintergetreide und Zuckerrüben sagen wir Ihnen vorher, wie viele Stunden die Blätter durch Regen oder Tau befeuchtet sind. Mit diesen Angaben können Sie selbst die Infektionsgefahr für verschiedene Pilzkrankheiten abschätzen.
Windrichtung und Windgeschwindigkeit:
Informationen über den Wind erhalten Sie für 3 Tageszeiten: morgens, mittags und abends. Diese Angaben helfen Ihnen den optimalen Termin für Pflanzenschutzmaßnahmen und die Gülleausbringung festzulegen. Bei Windgeschwindigkeiten über 5m/sec sollte auf Spritzungen verzichtet werden, um eine zu starke Abdrift zu vermeiden.


2. Witterungsabhängige landwirtschaftliche Größen:

Die Angaben zu Schadpilzen und Schadinsekten beziehen sich nur auf die witterungsbedingten möglichen Infektionen oder Ausbreitungen. Sie geben einen Hinweis darauf, ob und wann zusätzliche Bestandskontrollen erforderlich sind. Es wird keine Aussage über den tatsächlichen Befall in einem Einzelbestand getroffen.

Rapsschädlinge:
Für den Großen Rapsstängelrüssler / Kohltriebrüssler berechnen wir das Ende der Winterruhe, den Befallsflugbeginn und die voraussichtlichen Flugintensitäten. Die Zahlen schwanken zwischen 0.0 und 1.0.

0.0 besagt: die Witterungsbedingungen für einen Zuflug sind ungünstig;

1.0 besagt: die Witterungsbedingungen sind optimal.

Je größer die angegebenen Werte, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Zufluges. Die berechneten Flugintensitäten sagen allerdings nichts über die tatsächliche Höhe der Käferpopulation aus. Nur eine Kontrolle der Gelbschalen kann darüber Auskunft geben.

Ammoniakverluste:
Wir berechnen die prozentualen Verluste, die bei der Ausbringung von Gülle entstehen. Dabei unterscheiden wir zwischen verschiedenen Ausbringungsterminen (morgens, mittags, abends) und setzen eine Einarbeitung der Gülle nach 3 Stunden voraus. Am günstigsten ist im allgemeinen eine Ausbringung am frühen Morgen mit einer bald anschließenden Einarbeitung. Ansonsten steigt die Ammoniakverflüchtigung zu sehr an.
Getreideblattläuse:
Hier erhalten Sie Informationen zu den Getreideblattläusen in Winterweizen. Wir berechnen die Vermehrung der Läuse in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen und sagen die Zahl der Läuse pro Ähre und Fahnenblatt vorher. Der kritische Wert liegt bei 4.5, das entspricht einem Befall von etwa 60-70%. Steigen die Befallszahlen zur Zeit der Blüte sehr rasch an oder wird dieser Wert überschritten, ist eine Bestandskontrolle erforderlich.
Phytophthora
(Kraut- und Knollenfäule):
Für Kartoffeln mit und ohne Folie werden Bewertungsziffern in Abhängigkeit vom Aufgangsdatum berechnet. Diese Zahlen sagen Ihnen, ab wann mit einer Infektion gerechnet werden muss. Bei Werten von 0 bis 150 besteht keine Infektionsgefahr. Bei Werten ab 150 ist eine Infektion möglich, wobei die Gefährdung um so größer ist, je rascher die Bewertungsziffer ansteigt.
Grünland:
Grünland: Für das Grünland erhält man Hinweise, wie sich Ertrag und Qualität in Anbetracht der erwarteten Witterung in den nächsten Tagen entwickeln. Im einzelnen werden die tägliche Ertragszunahme in dt/ha sowie der Rohfasergehalt und Rohproteingehalt in Prozent der Trockenmasse angegeben. Der optimale Schnittzeitpunkt liegt bei einem Rohfasergehalt von 22-24% und einem Rohproteingehalt von 14-18%.
Kornfeuchte:
Zur Erntezeit sagen wir Ihnen den Kornfeuchteverlauf von Wintergerste, Winterroggen und Winterweizen für 2 verschiedene Gelbreifetermine vorher. Die täglichen Veränderungen lassen Rückschlüsse auf die Entwicklung der Kornfeuchte in einzelnen Beständen zu.
 

Kostenloses Probefax:
Wenn Sie an weiteren Informationen zum Wetterfax für die Landwirtschaft interessiert sind oder  eine 14-tägige kostenlose Probezusendung des Wetterfaxes wünschen, wenden Sie sich bitte an:

Ulrich Noeth

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück

Rüdesheimer Str. 60 - 68
55545 Bad Kreuznach

Tel: 06 71 / 820-437
E-Mail: ulrich.noeth@dlr.rlp.de


Hinweis:
Das "Wetterfax für die Landwirtschaft" kann auch als E-Mail bezogen werden, wenn z.B. kein Faxgerät vorhanden ist oder das Gerät aktuell defekt ist.
Sprechen Sie uns an.







Michael.Spieles@DLR.RLP.DE     www.pflanzenbau.rlp.de drucken